Fünf Fragen an Adrijana Novaković

von Josef Leidenfrost
Adrijana Novaković, Vorsitzende der Österreichische Hochschüler_innenschaft

1.Warst du während des Lockdowns in Wien?
Ja, ich war während des ganzen Lockdowns in Wien in meiner Wohnung.

2.Hast du schon eine virtuelle Prüfung absolviert? Wenn ja, wie ist es dir dabei ergangen?
Als Vorsitzende der ÖH Bundesvertretung gab es während der COVID-19 Pandemie einiges mehr zu regeln, als sonst. Vieles musste rasch passieren, es wurden neue Verordnungen erlassen, diese musste vorerst begutachtet werden, des Weiteren mussten wir auf der ÖH Bundesvertretung einige Sachen umstellen, damit die ÖH Bundesvertretung auch während des Lockdowns weiterhin das Beratungsangebot anbieten, den sie auch unter normalen Umständen bietet.

Durch diese doch etwas stressige Zeit für mich, konnte ich mich leider sehr wenig meinem Studium widmen. Ich habe versucht so gut, wie nur möglich einige Lehrveranstaltungen zu besuchen, aber ich habe keine Prüfungen absolvieren können. Meine einzige Erfahrung mit Online-Prüfungen, kann ich mit einer virtuellen Präsentation ziehen, diese ist bei mir ganz gut abgelaufen.

3.Wie bewertest du die Qualität deiner im Sommersemester 2020 besuchten Lehrveranstaltungen?
Wie schon oben erwähnt, habe ich versucht einige Lehrveranstaltungen zu besuchen, dennoch habe ich auch bei meinen Las gemerkt, dass die Umstellung von Präsenzlehre auf Distanzlehre für einige meiner Professor_innen teilweise ein schwieriges Unterfangen war. Zumal haben einige nach einer Weile eine Menge an Lernstoff als Hausarbeiten online gestellt, mehr als unter normalen Umständen, da konnten ich, als auch einige meiner Kolleg_innen nicht mehr nachkommen.
Insgesamt war dieses Sommersemester, ein mehr oder weniger verlorenes Semester. Als Vorsitzende der ÖH Bundesvertretung habe ich viele Probleme von den Studierenden mitbekommen. Hier zu sagen, dass das Semester ein gutes war, ist nur ein Schlag ins Gesicht für viele Studierende. Einige von ihnen müssen aufgrund der Pandemie ein weiteres Semester studieren und so auch wieder Studiengebühren zahlen. Auch die Zahlung der Studiengebühren für dieses Semester sind absolut nicht gerechtfertigt. Hier hätte es einen Erlass seitens des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung gebraucht, doch der Bundesminister Faßmann sieht es nicht als eine Notwendigkeit an. Milliarden an Gelder werden der Wirtschaft während der Pandemie zur Verfügung gestellt, aber geht es hier um uns Studierende, dann werden die Augen verschlossen und wir werden im Regen stehen gelassen.

4.Wie ist dein derzeitiger Arbeitsalltag in der BundesÖH?
Bis zu den ersten Lockerungen der von der Regierung gesetzten Maßnahmen, haben wir ausschließlich vom Home Office aus gearbeitet, ich musst nur paar Mal auf die ÖH Bundesvertretung, um Rechnungen zu zeichnen und freizugeben. Seit Anfang Juni sind wir wieder auf der ÖH Bundesvertretung, dennoch werden einige Termine über Online-calls absolviert. Wir werden langsam schauen, dass die ÖH Bundesvertretung wieder auf den Normalbetrieb umsteigt und wieder persönliche Beratung anboten wird.

5.Möchtest du nächstes Semester analog oder digital studieren?
Ich würde mir wünschen, wieder einige Lehrveranstaltungen in persona machen zu können, da ist der persönliche Austausch mit den Lehrenden, als auch mit meinen Mit-Studierenden, doch angenehmer. Dennoch würde ich mich freuen, wenn das Online-Angebot besser ausgebaut wird. Als eine Mischung aus Präsenzlehre und Online Learning wäre für mich persönlich der beste Weg, da ich neben meiner Tätigkeit im Vorsitz nicht immer alle Lehrveranstaltungen besuchen kann.

Über Josef Leidenfrost

Josef Leidenfrost ist seit 2012 Leiter der gesetzlich verankerten Ombudsstelle für Studierende im Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung. Er hat mit Ausdauer den langen Prozess zur Institutionalisierung der Ombudsstelle im Inland betrieben und 2016 ein österreichweites Netzwerk mitbegründet.