Fünf Fragen an Hannelore Veit

von Hannelore Veit
Hannelore Veit, Präsidentin des Alumniverbandes

1.Was sind Deine schönsten Erinnerungen an Deine Studienzeit in den USA
Ich war im Mittleren Westen, nicht gerade die aufregendste Gegend der USA. Aber meine Uni, die University of Notre Dame war und ist eine Super-Uni. Vom ersten Tag an ist mir das Gefühl vermittelt worden: wir alle wollen, dass du Erfolg hast.   Und: das Land hat mich vom ersten Tag an fasziniert, mit seiner unglaublichen Weite und Vielfalt.   Vor allem sind mir meine Reisen quer durch das Land in Erinnerung geblieben, die unkomplizierte Freundlichkeit der Menschen und die vielen Cookouts, zu denen ich so oft ganz spontan eingeladen war.

2.Im Gegensatz dazu: wie beurteilst Du (vorübergehende) Maßnahmen gegen internationale Studierende in COVID-19 Zeiten?
Ich finde, wir legen mit den strikten Coronamaßnahmen zu wenig Fokus auf junge Menschen: in der Ausbildungszeit, in den Jahren, die prägend sind, sind sie in ihrem Sozialleben extrem eingeschränkt, die Kollateralschäden werden noch lange nachwirken. Ich wünsche mir da ein Umdenken: tun wir mehr für die jungen Menschen!

3.Welche Rollen können Alumniverbände (als eigentlich amerikanische Erfindungen) auch für uns in Europa spielen?
Das versuche ich gerade herauszufinden, wir können uns da viel abschauen: das Zusammengehörigkeitsgefühl, der Stolz Absolvent oder Absolventin einer bestimmten Uni zu sein, Netzwerke, auf die man sich verlassen kann – all das machen uns die amerikanischen Unis vor. In Ansätzen ist es auch bei uns vorhanden. Der Alumniverband hat ein sehr erfolgreiches Mentoringprogramm oder bietet mit u:start Info und Hilfe bei Unternehmensgründung. Wir wollen unsere Netzwerkaktivitäten intensivieren, in Zukunft zB auch Awards an Alumni vergeben, die Großes geleistet haben oder sich um die Universität verdient gemacht haben.

4.Muss für „frische“ Absolvent*innen die Attraktivität von Alumniverbänden gesteigert werden?
Ja, absolut. Wir arbeiten dran. Es muss für frische Absolventen einen erkennbaren Nutzen geben.   Ideen willkommen!

5.Worauf freust Du Dich bei Deinen neuen Tätigkeiten als Präsidentin des Alumniverbandes am meisten?
Ich freue mich auf unser erstes großes Event! Wir hoffen das Ende des Sommers, Anfang September über die Bühne zu bringen.   Ganz besonders freue ich mich auf den Kontakt mit jungen Absolventen.   Wir Etablierten können so viel von den nächsten Generationen lernen – und umgekehrt.

 

 

Über Hannelore Veit

Geboren 1957 in Wien; studierte an der University of Notre Dame im US-Bundesstaat Indiana und schließ dort den Master of Arts ab. In Wien erwarb Sie dann den Magister in Philosophie und war anschließend als Übersetzerin, Dolmetscherin und freie Journalistin tätig.
1985 bis 1989 arbeitete sie als Radiokorrespondentin für das Wiener Büro von „Voice of America, später war sie Japan-Korrespondentin des „European Business Channel“. Ab 1989 arbeitete  sie für den ORF und moderierte dann auch die ZIB 1.
1999 bis 2002 präsentierte sie zudem das Wirtschaftsmagazin „Euro Austria“.
Von 2013 bis 2020 war Hannelore Veit Büroleiterin im Korrespondenten-Büro des ORF in Washington D.C. (USA), seit Anfang 2021 ist sie als selbständige Journalistin, Medienberaterin und Producerin tätig.
Seit Anfang 2021 ist sie auch Präsidentin des Alumniverbandes der Universität Wien.