Fünf Fragen an Vizerektor Peter Loidl

von Josef Leidenfrost
Univ.-Prof. Dr. Peter Loidl Vizerektor für Lehre und Studienangelegenheiten | Fotocredit: © MedUni Innsbruck

1.Hast du Anfang Juli damit gerechnet, dass der MedAT durchgeführt werden kann
Ja

2.Warum hat die Medizinische Universität Innsbruck bereits mehrere Jahre vor COVID-19 eine Losentscheidung in die Aufnahmeverordnung eingearbeitet?
Ursprünglich hat natürlich kein Mensch dabei an eine Covid-Pandemie gedacht. Die Überlegung war, was tun, wenn beispielsweise am Tag vor dem Auswahlverfahren ein Brand in den Messehallen ist und der Test ins Wasser fällt oder was tun, wenn am Beginn des Tests ein Feuer ausbricht. Dass das durch Covid schlagend werden könnte, hat klarerweise niemand geahnt. Wir werden aber auch in Zukunft aus genau diesen Gründen die Losentscheidung berücksichtigen.

3.Wie hoch war der angemeldeten Testteilnehmer*innen, die am Testtag nicht erschienen sind?
Da muss man ein bisschen differenzieren. Die angemeldeten BewerberInnen hatten bei uns bis 3.7. die Möglichkeit sich aufgrund des geänderten Termins abzumelden. Das haben in der Humanmedizin von den ursprünglich 3.650 Angemeldeten 496 Personen gemacht, in der Zahnmedizin von ursprünglich 359 Angemeldeten haben es 46 gemacht. Von den verbliebenen 3154 HM-BewerberInnen sind dann nur 2545 tatsächlich gekommen (also 609 sind nicht gekommen); in der Zahnmedizin sind von den verbliebenen 313 BewerberInnen letztlich 249 zum Test erschienen (also 64 sind nicht gekommen).

4.Gab es für behinderte Studierende wieder Sonderregelungen?
Wir hatten lediglich 3 BewerberInnen, die sich im Vorfeld als zur Covid-Risikogruppe gehörend bei uns gemeldet haben. Für diese war ein eigener Raum vorgesehen. Gekommen ist dann aber nur 1 BewerberIn. StudienbewerberInnen mit Diabetes haben einen Sitzplatz in der Nähe des Ausgangs zugewiesen bekommen und durften die Geräte mitnehmen. Sonst keine weiteren Massnahmen.

5.Welche Sicherheits- oder Hygienevorkehrung war besonders aufwendig?
Alle! Letztlich war die grösste Herausforderung den Zustrom und den Abstrom der rund 2800 Personen so zu gestalten, dass vor dem Testgelände und in einem Radius von ca. 300 m es zu keinen Menschansammlungen kommt bzw. dass hier die Abstände bereits eingehalten werden (unzählige gekennzeichnete Lotsen, zeitversetzter Einlass, viele Eingänge etc.). Waren die Personen einmal im Testgelände war das Abstand halten relativ leicht zu bewerkstelligen. Die gesamte Logistik für eine solche Grossveranstaltung (die erste dieser Grössenordnung in Tirol seit Ausbruch der Pandemie) war extrem fordernd. Wir hatten mehr als doppelt so viel Aufsichts- und Ordnungspersonal im Einsatz wie in den Vorjahren.

 

Über Josef Leidenfrost

Josef Leidenfrost ist seit 2012 Leiter der gesetzlich verankerten Ombudsstelle für Studierende im Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung. Er hat mit Ausdauer den langen Prozess zur Institutionalisierung der Ombudsstelle im Inland betrieben und 2016 ein österreichweites Netzwerk mitbegründet.