Ghostwriting – Vorschlag der Ombudsstelle wurde umgesetzt

von Josef Leidenfrost

In ihrem Tätigkeitsbericht 2018/2019 hat die Ombudsstelle für Studierende folgendes Vorgeschlagen:

Es ergeht der Vorschlag, dass der Gesetzgeber den öffentlichen Universitäten und pädagogischen Hochschulen bei nachweislichem Ghostwriting, dh. wenn eine Studierende oder ein Studierender jemand anderen damit beauftragt, entgeltlich oder unentgeltlich eine akademische Arbeit für sie oder ihn zu schreiben, die sie oder er danach im Rahmen ihres oder seines Studiums für die Erreichung von Prüfungsleistungen vorlegt, ermöglicht, diese Studierende oder diesen Studierenden bescheidmäßig vom Studium auszuschließen. Weiters wird vorgeschlagen, eine Verwaltungsstrafe für die Auftragnehmerin oder den Auftragnehmer, also die Ghostwriterin oder den Ghostwriter, vorzuschreiben. (Vorschlag 2019/2/Ge)

 

Dieser Vorschlag wurde von den NEOS in der Sitzung des Wissenschaftsausschusses vom 25. Juni 2020 aufgegriffen und in Form eines Selbständigen Entschließungsantrages an den Nationalrat eingebracht. Im Plenum des Nationalrates am 7. Juli 2020 ist dann eine entsprechende Entschließung von Vertreterinnen und Vertreter aller Parlamentsparteien beschlossen worden. Eine entsprechende      Gesetzesänderung wird voraussichtlich noch 2020 in Kraft treten.

 

Über Josef Leidenfrost

Josef Leidenfrost ist seit 2012 Leiter der gesetzlich verankerten Ombudsstelle für Studierende im Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung. Er hat mit Ausdauer den langen Prozess zur Institutionalisierung der Ombudsstelle im Inland betrieben und 2016 ein österreichweites Netzwerk mitbegründet.